Der Tag der Logistik ist ein bundesweiter Aktionstag, an dem Unternehmen aus Industrie, Handel und Logistik der Öffentlichkeit Einblicke in die Vielfalt logistischer Aufgaben und die beruflichen Möglichkeiten in diesem Bereich gewähren. Die Non-profit-Aktion ist dezentral aufgebaut. Sie findet bei Unternehmen statt, die sich als Veranstalter engagieren und sich der Plattform als Ausrichter anbieten. Erstmals initiiert wurde der Tag der Logistik von der Bundesvereinigung Logistik (BVL). Am 19. April 2018 fand dieser besondere Aktionstag das elfte Mal statt. Schon seit einer Weile reicht der Einfluss des Events auch über Deutschland hinaus. Im Jahr 2018 nahmen über 35.000 Menschen Teil und nutzten die Gelegenheit sich über das Thema Logistik zu informieren.

Definition von Logistik: Ganzheitliche, effektive, und effiziente Planung, Realisierung, Steuerung, und Kontrolle des außer- und innerbetrieblichen Materialflusses und der dazugehörigen Informations- und Wertflüsse. – Professoren der Fachhochschule Münster

 

#TdL18, Tag der Logistik: IdentPro mit Vallée und Partner

Auch Vallée und Partner engagiert sich jedes Jahr bei dieser Aktion. Seit Beginn ist der Gründer und Hauptgesellschafter der VuP GmbH, Prof. Dr. Franz Vallée, beim jährlich stattfindendem Tag der Logistik dabei. Dieses Mal beteiligte sich das VuP-Team im Technikum IdentPro in Troisdorf. 30 Unternehmen und 60 Intralogistiker, die teilweise über mehrere hundert Kilometer angereist waren, durften die Gastgeber der IdentPro GmbH willkommen heißen. Die Veranstaltung trug den Titel „Die Zukunft der Intralogistik ist digital und automatisiert“ und die Marschrichtung war also klar. Der über allem stehende Begriff lautete „Digitalisierung“.

Für Prof. Vallée ist die Digitalisierung mehr als die Überführung analoger Größen in binäre Signale zum Zwecke der Speicherung und Weiterverarbeitung in IT-Systemen. Es ist eine Spielfeldänderung.

Was kann man bei der Digitalisierung der Intralogistik von Hühnern lernen?

Prof. Dr. Franz Vallée übernahm mit seinem ersten Vortrag die Einordnung des Themas. Er beschrieb für die Gäste zunächst die Veränderungen, denen sich Unternehmen in Zeiten der Digitalisierung gegenübersehen. Jeder Mensch in Deutschland verbringe täglich 6 Stunden und 58 Minuten im Internet, so Vallée. Die Geschwindigkeit mit der sich Nachrichten verbreiten, beschleunigt sich immer weiter. 75 Jahre hat das Telefon vom Zeitpunkt seiner Entwicklung an gebraucht um 50 Millionen Nutzer zu erreichen. Das Radio brauchte für diese Marke 38 Jahre. Das Fernsehen 13. Das Social-Media-Netzwerk Facebook hatte bereits nach einem Jahr 50 Millionen User. Heute ist die Messlatte Pokemon Go. Das Spiel, welches für IOS und Android als App erhältlich ist, erreichte diesen Wert schon nach phänomenalen 19 Tagen. Digitale Produkte sind von dem Menschen längst angenommen und im Alltag angekommen. Sie sind keinen physischen Grenzen oder Akzeptanzproblemen mehr unterworfen und können praktisch ohne jeden Zeitverlust auf jedes Endgerät der Welt aufgespielt werden. Was bedeutet das für klassische Supply-Chains?

Digitale Produkte und deren Wertschöpfungsketten gewinnen zunehmend an Einfluss und der klassische stationäre Handel verliert zunehmend an Boden. Vallée forderte die Teilnehmer der Veranstaltung auf die Herausforderungen der Digitalisierung anzugehen und als Chance zu begreifen. Dabei müssen auch Risiken eingegangen werden. Digitalisierung ist ein an die neuen Bedingungen angepasstes Geschäftsmodell plus Risikobereitschaft, so der Professor der Fachhochschule Münster.

„Wer noch nie Fehler gemacht hat, hat sich noch nie an etwas Neuem versucht.“ – Albert Einstein

Was sind die Risiken? Eine Übersicht:

 

Kostendruck

Verstärkter Personalmangel

Nachfrageschwankungen

Komplexität

Staatliche Regulierung

Nachhaltigkeit

Individualisierung

Verändertes Käuferverhalten

Digitale Transformation meistern

Vallée mahnte an die Umsetzung der digitalen Transformation im eigenen Unternehmen nicht an einigen Einzelpersonen fest zu machen. Ein „Team der Besten“ zu nehmen und sich auf die „Stars“ im Unternehmen zu fokussieren sei genau der falsche Weg. Erfolgreich sei man mit einem Team, das sich durch gegenseitige Empathie und Hilfsbereitschaft auszeichnet. Eine Unternehmenskultur in der sich die Mitarbeiter privat kennen und Zeit miteinander verbringen ist zuträglich für diesen Prozess. Diesen Menschen sollten gleichermaßen Räume für die Umsetzung gegeben werden, erläutert er.

Um die bestmögliche Auswahl dieser Mitarbeiter zu beschreiben, bedient sich Vallée humoristisch am Beispiel eines Hühnerstalls, in dem das große ganze gut funktionieren soll. „Es geht eben nicht darum ein einzelnes Superhuhn, das besonders produktiv ist, zu bewundern“, erläutert er. Dann verändere sich im Unternehmen noch nichts. Im Gegenteil: Man bewirke Konkurrenz und erzeuge in der Mitarbeiterschaft Widerstände. „Stattdessen müssen alle mitziehen und Eier legen“, witzelte der bekannte Logistik-Fachmann aus dem Münsterland. Man brauche eine breite Basis. Vallée stellte klar: „Die Teams, die die Digitalisierung gemeinschaftlich, in einem Miteinander und auf Augenhöhe angehen sind am erfolgreichsten und erzielen Fortschritte. Nicht die Superhelden, perfekten Vorausplaner und, um im Hühner-Beispiel zu bleiben, eben nicht die Superhühner, die allein am tollsten Eier legen“.

Prof. Dr. Franz Vallée ist Stiftungsprofessor für Logistik und IT an der Fachhochschule Münster. Er leitet dort den Masterstudiengang Logistik und ist Vorstand am Institut für Prozessmanagement und digitale Transformation. Außerdem ist er Gründer und Hauptgesellschafter des renommierten Beratungshauses für Logistik und IT Vallée und Partner. Die VuP GmbH steht für eine pragmatische und umsetzungsorientierte Arbeitsweise und berät nach dem MOT-Prinzip: Erst der Mensch, dann die Organisation und zum Schluss die Technik. Das Leistungsspektrum von VuP umfasst die Lager- und Materialflussplanung, die Auswahl- und Einführung von ERP-Systemen, die Software-Auswahl im Bereich WMS/TMS/DMS/CRM/SRM, Transportausschreibungen und -optimierungen oder auch die Neuausrichtung mit einer vollständig neuen Strategie an der Schnittstelle von Logistik und IT. Des Weiteren hat Vallée und Partner unter anderem einen Quick-Check Digitalisierung entwickelt, mit dessen Hilfe Unternehmen ihren Status quo in diesem Zusammenhang ermitteln lassen können.

VuP-Handlungsempfehlung: Konkret!

Die konkrete Empfehlung des VuP-Teams ist es eine klare Strategie im eigenen Unternehmen zu entwickeln. Das heißt es wird ein professionelles Vorgehen und ein modernes Projektmanagement benötigt. Damit gemeint ist nicht ein Vorgehen in letzter Perfektion, sondern eines nach der bewährten 80/20-Regel. Angeraten ist schnellstmöglich zur Umsetzung zu kommen und die Mitarbeiter dabei bestmöglich mitzunehmen.

Das TOP-Management muss den „Change“ auch wollen, bei sich selbst anfangen und sich engagieren. Das klassische Silodenken muss aufgebrochen werden und zugunsten interdisziplinär arbeitender Teams verändert werden. Und: Der Fokus sollte auf dem Miteinander liegen und nicht auf den Super-Hühnern, die tolle Konzepte machen, die über das Planungsstadium niemals hinauskommen.

„Die Menschen lieben den Fortschritt, aber hassen die Veränderung“, Voltaire

„Die Menschen lieben Konzepte, aber hassen die Umsetzung“, Vallée

Weitere Vorträge von Branchenkennern

Neben Prof. Dr. Vallée hatte das Team von IdentPro zwei weitere Vorträge zusammengestellt. Die Richard Müller GmbH war mit Jürgen Sodenkamp vertreten. Sein Vortrag beschäftigte sich mit „Auto-ID Systemintegration heute und morgen“. Robert Schmeling, Geschäftsführer der CPro Conlog GmbH hatte einen Vortrag mit dem Thema „Connected Logistics mit SAP – Möglichkeiten der Digitalisierung und externe Schnittstellen“ im Gepäck. Beide Vorträge fanden eine gute Resonanz im Publikum.

Identplus: Vorstellung und Live-Vorführung

Ein weiterer lang erwarteter Programmpunkt war die Vorstellung und Live-Vorführung von Identplus. Roman Kucza übernahm die Einleitung, während Edmund Milke die Bedienung des mit der neuen Technologie ausgestatteten Gabelstaplers übernahm. Am Stapler waren Kameras und Sensoren befestigt, die die Umgebung abtasten und Paletten, beispielsweise anhand von RFIDs, erkennen. Die Umgebung wird auf einer auf 1cm genauen Übersichtskarte dargestellt und Warenbewegungen werden dort in Echtzeit erfasst. Veränderungen werden augenblicklich auf die elektronische Karte übertragen. Der manuelle Einsatz eines Scanners entfällt.

Die Gastgeber: Roman Kucza (Bild links) obliegt die Leitung im Bereich Sales Marketing der IdentPro GmbH. Er moderierte souverän im Technikum Identpro. Edmund Milke verantwortet mit seinem Team die Entwicklung der referenzlosen Laserlokalisierung und der automatisierten Identifikation von Ladeeinheiten durch Stapler mittels 3D-Koordinaten, sowie die projektindividuelle Integration des Staplersystems „identplus“ an die intralogistischen Prozesse des Kunden. Er bediente bei der Live-Vorführung den Gabelstapler.

Tombola mit Roman Kucza: Buch „Omnichannel im Handel“ für die drei Gewinner

Zum Schluss gab es noch eine Tombola. Roman Kucza verloste, gemeinsam mit einer Glücksfee, das neue Buch von Prof. Dr. Franz Vallée, Colin Schulz und Andreas Pumpe. „Omnichannel im Handel – Was nicht nur die Fashionbranche wissen sollte“ ist seit März erhältlich. Nach der Tombola schloss Kucza die erfolgreiche Veranstaltung „Die Zukunft der Intralogistik ist digital und automatisiert“ im Technikum in Troisdorf.

„Nacht der Logistik“

Beschlossen hat das VuP-Team den Tag der Logistik an dieser Stelle noch nicht. Prof. Dr. Franz Vallée reiste dann noch zur „Nacht der Logistik“ nach Osnabrück. Erst in den späten Abendstunden ging dann ein ereignisreicher Tag mit vielen guten Gesprächen zu Ende. Der nächste Tag der Logistik wird am 11. April, im kommenden Jahr sein. Und Sie wissen ja: Traditionen soll man nicht brechen.