Wasserstoff in der Logistik – eine grüne Alternative für die Logistik?


Der Großteil unserer Güter in Deutschland wird per LKW befördert. Das Transport-aufkommen des Straßengüterverkehrs im Jahr 2018 betrug 3,75 Milliarden Tonnen und wuchs in den Folgejahren weiter an. Steigende Transportzahlen führen jedoch auch zu steigenden Kohlenstoffdioxidemissionen, mehr Lärm, vollen Straßen und steigendem Verbrauch und Ausstoß von fossilen Ressourcen wie Erdöl. Eine Alternative: Der Einsatz von Wasserstoff in der Logistik. Die Logistikbranche wird zum Umweltsünder degradiert und der Druck durch Politik und Gesellschaft, nachhaltige Alternativen zu entwickeln, wächst. Hinzu kommen EU-Vorgaben, wie die bis 2025 zu erreichende durchschnittliche Senkung der CO2-Emissionen um 15 % bei LKW-Flotten. Grüne Logistik wird zur Herausforderung und gleichzeitig zur großen Chance für die Logistik, einen Teil zum Klima- und Umweltschutz beizutragen. Kann Wasserstoff in der Logistik zur Lösung beitragen?

 

Wasserstoff in der Logistik: Was genau gibt es für nachhaltige Alternativen in der Transportlogistik?

Schon seit einigen Jahren rücken elektronisch betriebene Fahrzeuge in den Fokus umweltfreundlicher Transporte. Die deutsche Post setzt seit etwa fünf Jahren auf den elektischen Lieferwagen „Streetscooter“, der seit Ende letzten Jahres auch bei uns in Münster Pakete transportiert. Bei LKWs mit einer größeren Nutzlast arbeiten Unter-nehmen wie Tesla, MAN oder Volvo zudem vor allem an der Verbesserung der Batte-rien. Die Produktion und Entsorgung sind jedoch nach wie vor umweltschädlich.
 
Eine weitere Möglichkeit zur Verringerung von CO2- und Lärmemissionen sowie der effizienteren Nutzung natürlicher Ressourcen, sind Technologien wie Wasserstoff. Verbrennungsmotoren, welche ihre Energie aus Wasserstoff ziehen, wären eine schnelle Lösung, da nur ein Umrüsten der aktuellen LKWs notwendig wäre. Nachhal-tiger sind hingegen Brennstoffzellen. Der in einem Tank im Fahrzeug mitgeführte Wasserstoff wird über eine Brennstoffzelle wieder zu Strom umgewandelt und treibt das Fahrzeug an – ein hervorragender Energieträger also.

Ist Wasserstoff in der Logistik überhaupt eine nachhaltige und grüne Alternative?

Wasserstoff ist nicht gleich nachhaltig und grün. Es gilt also zu unterscheiden, welcher Wasserstoff zum Einsatz kommt. Aktuell wird dieser hauptsächlich aus Erdgas erzeugt, wobei es sich um „grauen Wasserstoff“ handelt. Die aus Erdgas und Hitze gewonnene Energie setzt jedoch CO2-Emissionen frei. Grüner Wasserstoff wird hin-gegen durch Wasser-Elektrolyse erzeugt. Bei dem chemischen Prozess wird Wasser (H2O) durch grünen Strom, beispielsweise die überschüssige Energie des LKWs, zu Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O) aufgespalten. Die Umwandlungsverluste sind hoch, doch werden ausschließlich Wasserdampf und Wärme als Nebenprodukte frei-gesetzt.

Wird der Trend der Wasserstoff Brennstoffzellen in der Transportlogistik schon verfolgt?

Eine Vielzahl bekannter Automobilproduzenten forscht und entwickelt an eigenen Brennstoffzellen-Lastkraftwagen. Nikola Motors, Daimler in Kooperation mit Volvo, Mercedes, Hyundai, MAN und Toyota wollen in den nächsten ein bis zehn Jahren ihre Modelle fertig gestellt haben und die LKWs am Markt etablieren. Die Reichweite der Fahrzeuge ist sehr unterschiedlich und erstreckt sich über eine Distanz von 600 km (Toyota) und 800 km (MAN) bis hin zu 1.000 km (Mercedes). Hyundai’s LKW, mit ei-ner Reichweite von 400 km, hat hingegen seine ersten Flottenversuche in der Schweiz bestanden und soll ab dem Jahr 2025 eingeführt werden.An dieser Stelle steht der Einsatz von Wasserstoff in der Logistik also kurz bevor

Wasserstoff Brennstoffzellen sind in der Intralogistik schon verankert

Flurförderfahrzeuge mit Brennstoffzellen sind bereits in großen Unternehmen vorzu-finden. Schon seit einem Jahrzehnt produziert Linde Niederhubwagen, Schlepper so-wie verschiedenste Staplertypen, die durch Wasserstoff betrieben werden. Unternehmen wie BMW, Mercedes-Benz oder DB Schenker setzen in ausgewählten Lagern und Produktionsstätten auf die nachhaltige Technologie. Zudem bestätigte eine gemeinsame Studie der BMW-Gruppe und der Universität München die Wirtschaftlichkeit der eingesetzten Flurförderfahrzeuge mit Brennstoffzellen. Die beispielsweise seit 2018 im Leipziger Werk eingesetzten Indoor-Schlepper versorgen Montagebänder mit Zulieferteilen, wobei die Abwärme der Routenzüge für die Beheizung der Halle genutzt wird.

Die Zukunft der Logistik: Wasserstoff Brennstoffzellen?

Grüner Wasserstoff setzt keine umweltschädlichen Emissionen frei, ist leistungsfähig und nachhaltig. Er kann ohne Probleme in Tankwagen oder Pipelines zu Tankstellen transportiert werden und lässt sich ähnlich schnell in ein Fahrzeug füllen, wie fossile Brennstoffe. Zudem besitzt Deutschland in Europa die meisten Wasserstofftankstellen.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat in den letzten 10 Jahren 700 Millionen Euro allein für Forschung und Entwicklung von Wasserstofftechnologien investiert. Für die Nationalen Wasserstoffstrategie sind weitere sieben Milliarden Euro vorgesehen. Das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) zur Förderung von Forschung und Entwicklung, Anschaffung von Fahrzeugen und Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur unterstützt zusätzlich. Auch das Innovationscluster Clean Intralogistics Net (CIN) verfolgt gemeinsam das Ziel emissionsfreie Logistik zu fördern. Der Integration steht folglich kaum mehr etwas im Wege.

Die Kosten solch neuer Wasserstoff Technologien sind jedoch noch sehr hoch. Die Anschaffung eines LKWs mit einer, durch Wasserstoff betriebenen Brennstoffzelle, übersteigt die eines konventionellen LKWs enorm. Hinzu kommt die Problematik der bisherigen Gewinnung des grauen Wasserstoffes. Für die Zukunft möchte die Bundesregierung Partnerschaften mit Süd- und Westafrika, sowie Australien eingehen, um die alternativen Energien aus Strom und Sonne zu ziehen.

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