6. VuP-Forum 2015

– Irgendwas ist immer! –

Das VuP-Forum für internationale Unternehmen, Mittelständler und Berater ist zu einem festen Termin geworden.

Mittlerweile ist es eine Tradition. Im Technologiehof in Münster trafen sich am Donnerstag wieder Vertreter von Unternehmen, Experten und Interessenten der Themen IT und Logistik. Es war bereits das sechste Mal, dass das Forum der Firma Vallée und Partner stattfand. Und es war erfolgreicher denn je. Prof. Dr. Franz Vallée erinnert sich noch an die erste Veranstaltung vor sechs Jahren: „Wir wussten nicht, ob unsere innovative Idee auch angenommen wird und sich genügend Interessenten für einen Start finden würden. Wir waren aber überzeugt, dass wir das meistern können.“ Prof. Vallée ist bekannt für seine Weitsicht und seinen ganzheitlichen Blick. Auf diese Weise schaut er heute auch zurück; ganzheitlich. „VuP hatte 2009 noch seinen Sitz in Ahlen und für das erste VuP-Forum im September desselben Jahres lagen 20 Anmeldungen vor“, erzählt der anerkannte Logistikexperte. Wir waren nur ein paar Leute und wollten was bewegen, waren zuversichtlich aber die Zukunft war ungewiss“, erzählt er weiter. Seitdem hat sich einiges getan.

Vallée und Partner sitzt schon seit 2010 in Münster und beschäftigt heute ein Team von 15 Mitarbeitern, das Beratungen für eine Vielzahl unterschiedlicher Unternehmen, verschiedener Branchen bietet. Die Logistik- und IT-Beratung feiert dieses Jahr ihren zehnjährigen Geburtstag. In der Gegenwart ist auch das sechste VuP-Forum für internationale Unternehmen, Mittelständler und Berater zu einem festen Termin in der Jahresplanung gereift. Über 80 Zuhörer hatte die Veranstaltung am vergangenen Donnerstag, dem 12.03. und es mussten Stühle dazu gestellt werden, damit alle Platz fanden. Kurzfristig meldeten sich noch ein paar Nachzügler an, weil sie aus den Medien vom VuP-Forum erfahren hatten. Es scheint, als hätte das spannende Programm wohl wieder überzeugt. Führungskräfte und Entscheidungsträger aus unterschiedlichen Firmen hatten fünf Vorträge zusammengestellt, die verschiedene Bereiche abdeckten – und sie waren selbstverständlich auch gekommen, um ihre Netzwerke zu pflegen und alte Kontakte aufzufrischen. Nach einer kurzen Begrüßung von Geschäftsführer Markus Lohmann begann der inhaltliche Teil.

Fachvorträge von Leistungsträgern

Prof. Franz Vallée machte den Anfang mit seinem Thema „Die Welt ist ein Dorf – 10 Jahre Vallée und Partner“. Der Stiftungsprofessor der FH Münster zog, wie gewohnt, den Rahmen um die Veranstaltung. Sein Kernthema: Die Globalisierung. Voraussetzungen für Unternehmen ändern sich und mit Ihnen Anforderungen an Logistik und die IT. In seinen Ausführungen empfahl er den Zuhörern bei Bedarf eine externe Expertenmeinung einzuholen. Er riet sich Veränderungsprozessen nicht zu verschließen. Die Technik, die sich rasant verändert, gäbe das Tempo vor. Wer zurück bliebe, sei bald abgehängt, so Vallée.

Werner Habryka griff diesen Gedanken auf. Sein Vortragsthema, „IT & Logistik 2020“, zeigte die Stolpersteine auf, die auf Unternehmen bei Logistik und IT-Themen drohen. Er startete mit einem Satz, den Ron Sommer, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG Anfang der neunziger Jahre sagte: „Das Internet ist eine Spielerei für Computerfreaks, wir sehen darin keine Zukunft.“ So schnell kann man sich irren. Heute ist das Internet der am schnellsten wachsende Markt der Welt und ohne einen Internetauftritt läuft für Unternehmen heute gar nichts mehr. Habryka ist spezialisiert auf logistische Prozesse, auf Analyse, Strategieentwicklung, Reorganisation und Sanierung und besitzt 25 Jahre Führungserfahrung bei Projekten in Europa, den USA und Asien. Er ermutigte die anwesenden Entscheidungsträger sich neuen Ideen gegenüber aufgeschlossen zu zeigen. Neue Prozesse, cloudbasierte Lösungen und innovative Technologien beinhalteten neue Serviceideen, die den Markt prägen und verändern werden. In seinem Fazit bekräftigte er noch einmal, dass die Logistik an der IT hänge und diese Elemente untrennbar miteinander verbunden sind. Die Cloud, als Technologie, bietet hier eine große Chance. Der Wandel geschehe jetzt, in diesem Augenblick. Deswegen bedürfe es auch jetzt einer Strategie, wie man diesen Herausforderungen begegnen könne.

Als Drittes folgte ein speziellerer Vortrag. Mit Christian Fehler, dem Geschäftsführer der Pieron GmbH, erfuhr das Publikum mehr über das gleichnamige Thema „Logistische Herausforderungen in einem Unternehmen der Automobilzulieferindustrie“. Christian Fehler beschrieb die engen Toleranzen und Zeitfenster, in denen Unternehmen in diesem Bereich agieren müssen. Auch Pieron sah sich der Herausforderung ausgesetzt, dass die eigenen logistischen Kapazitäten nicht mehr ausreichend waren, um die Nachfrage zu decken. Die eigene Produktion und die Bestände stiegen an und Kunden verlangten eine sehr hohe Warenverfügbarkeit. Daraufhin wagte man den Weg ein umfangreiches Logistikprojekt zu gehen. Die Pieron GmbH setzt dieses augenblicklich um und hielt für die Anwesenden die entscheidenden Erfolgsfaktoren fest. Bei großen Logistikprojekten in Unternehmen muss meist mit engen Personalressourcen gearbeitet werden. Auch bei Pieron war dies ein Kraftakt für alle Beteiligten. Vor Allem die nötige Augenhöhe zum Technik- oder Softwareanbieter sei ohne externe Unterstützung nicht vorstellbar. Aus einem Logistikprojekt kann auch schnell ein IT-Projekt werden, wenn man alle Faktoren mit einbeziehen will, erklärt Fehler. Sein Unternehmen Pieron sei deshalb zu dem Schluss gekommen, dass man Zugriff auf Expertenwissen und zusätzliche Ressourcen benötigte um das eigene Projekt stemmen zu können, so Fehler. Die Pieron GmbH entschied sich deshalb die Hilfe von Vallée und Partner in Anspruch zu nehmen, die planerische Beratungsunterstützung einbrachten und Augenhöhe mit dem Technikanbieter herstellten.

Nach einer kurzen Pause und der Versorgung durch das gewohnt engagierte Catering hatte das Publikum die Möglichkeit den Ausführungen von Swen Wolke von der Farmsaat AG zu folgen. Wolke referierte über „den Hindernislauf einer erfolgreichen ERP-Einführung“. Die Farmssat AG hat den gesamten Prozess von der Züchtung bis zur Auslieferung des Saatgutes vollständig ins Unternehmen integriert. Da es sich um ein Naturprodukt handelt gibt es im Zuge dessen besondere Anforderungen. Dies betrifft unter anderem die Bereiche Vermehrung, Aufbereitung, Qualitätssicherung oder auch die Rückverfolgbarkeit des Saatgutes. Durch die internationale Ausrichtung des Unternehmens ist beispielsweise auch das Rechnungs- und Mahnwesen speziellen Bedingungen unterworfen. All dies und noch viel mehr muss das designierte ERP-System leisten können. Das ERP-Systemhaus hat natürlich auf der anderen Seite ebenfalls Interessen, die man nie aus dem Auge verlieren darf. „Tue nie etwas selbst, was jemand anderes besser kann“, so Wolke. Auch er empfiehlt, sich für ein ERP-Projekt die Hilfe eines ERP-Beraters zu suchen, der mit seiner Kompetenz das Über/Unterordnungsverhältnis zum Systemhaus ausgleicht und harmonisiert. Das schaffe Räume, damit man sich auf das Kerngeschäft konzentrieren kann, so seine Botschaft. Christian Gerdes von Vallée und Partner stellte an dieser Stelle ERP-Beratungskonzepte von Vallée und Partner vor und erläuterte, wie ein ERP-Projekt im Einzelfall abläuft. Er eröffnete den Zuschauern weitere konkrete Lösungsideen.

Provokateur und Visionär

Und dann kam Robert Ehlert. Der Berater, Investor, Vorstand und Selfmademan brachte nochmal frischen Wind und kontroverse Thesen in die Runde ein. Es wurde, wie erwartet, der diskussionsreichste Teil des Tages. Wie schon im letzten Jahr sauste Ehlert, überzeugend wie eh und je, durch den Raum. Am Podium hielt ihn nichts. Sein Thema: „Demotivation durch Struktur – Warum Führung nur selten Sinn ergibt.“ Ehlert hatte wieder ein paar Anreize mitgebracht, die man nicht so schnell vergessen wird. Etablierte Strukturen und Zwänge sind in den Unternehmen, die er gegründet hat oder betreut völlig fehl am Platze. Bei seinen Ausführungen schreckte er auch nicht davor zurück, dass sich der Eine oder Andere vor den Kopf gestoßen fühlte. Die Anwesenden staunten auch nicht schlecht, als er sich das Hemd vom Leibe riss und ein rotes T-Shirt mit der Aufschrift „ich bin der Motivator“ präsentierte.

Networking & Abschluss

Nach dem letzten Vortrag klang das VuP-Forum 2015 langsam aus. Partner und Freunde verabschiedeten sich, Kollegen blickten zufrieden drein; in der Gewissheit heute etwas Gewinnbringendes mitgenommen zu haben. Für Vallée und Partner war es ein weiterer Schritt in eine größere Welt. Die Anforderungen ändern sich schließlich, ließ man verlauten. Und daran muss man sich anpassen. Das Team lässt schon die Gedanken kreisen für das Forum im nächsten Jahr. Wie kann man da jetzt wieder einen drauf setzen? Wie wird sich die IT-Landschaft bis dahin weiterentwickeln? Was werden die besten Logistikkonzepte sein? Jedenfalls braucht man wohl einen größeren Raum. Und mehr Stühle wären gut. Da war es wieder. Das Motto von Vallée und Partner: Irgendwas ist immer!

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