Die Zukunft von Paketrobotern und Lieferdrohnen

11. Oktober 2018 | Blog, Logistik

 

Die Zukunft von Paketrobotern und Lieferdrohnen

 

Same-Day-Delivery von Paketen, die über das Internet bestellt werden, ist für uns schon heute Alltag. Doch trotz bereits erfolgreich durchgeführter Tests mit Lieferdrohnen und Paketrobotern wird uns die bestellte Ware in aller Regel durch den Paketboten bis vor die Haustür gebracht. Lieferdrohnen und -roboter können einen Teil dieser Last tragen und Auslieferungen effizienter machen.

Des Weiteren ist die sogenannte letzte Meile, in welcher der Paketbote die Lieferung bis an die Haustür bringt, der teuerste Part am Versand von Paketen, sodass Roboter dazu beitragen könnten den Kostenaufwand zu senken. Daher arbeiten Forschungsinstitute und Unternehmen unter Hochdruck an autonomen Lösungen, die in Zukunft Kosten und Zeit einsparen und gleichzeitig Mitarbeiter entlasten. Der folgende Beitrag bringt Sie auf den aktuellen Stand der Dinge und wirft einen Blick in die Zukunft der Transportroboter und Lieferdrohnen.

Akzeptanz von Paketrobotern und Lieferdrohnen

Aufgrund der fortschreitenden Technik sind Szenarien, in denen Roboter oder Lieferdrohnen Pakete autonom und ohne menschliche Hilfe austeilen, nicht mehr unrealistisch. Doch was sagt überhaupt die Mehrheit der Deutschen zu dieser Entwicklung?

Verschiedene Studien zeigen, dass man sich nicht einig ist, ob der Einsatz von Robotern und Drohnen bei der Paketzustellung befürwortet oder abgelehnt werden soll. Einerseits geben knapp 50% der bei einer Umfrage im April 2017 befragten Personen an, dass sie sich Pakete von einem Roboter liefern lassen würden. Gleichzeitig ist die Einstellung gegenüber Paketrobotern und Lieferdrohnen bei 42% der Befragten einer anderen Studie negativ und die überwiegende Mehrheit (72%) würde eine Paketzustellung durch den Postboten bevorzugen.

Trotz der Skepsis gegenüber Paketrobotern und Lieferdrohnen scheint die generelle Akzeptanz von Robotern und Drohnen hoch zu sein. Bei der Frage, in welchen Bereichen man sich Unterstützung durch Roboter vorstellen könnte, liegt die Zustimmung auf bestimmten Gebieten bei über 80%. Dazu zählen Naturkatastrophen, die Versorgung entlegener Gebiete sowie Feuerwehr- und Polizeieinsätze.

Lieferrobotertests in Deutschland

Als die estnische Firma Starship im Jahr 2016 den Lieferroboter 6D9 in Hamburg das erste Mal in der Öffentlichkeit testete, war die Aufregung dementsprechend groß. Der Roboter, welcher 50cm hoch und 70cm lang ist, kann sich im Schritttempo vorwärtsbewegen und ein Paket von bis zu 15kg auf einer Entfernung bis zu 5km transportieren.

Bei den Tests wurde 6D9 eingesetzt, um Pakete von Hermes-Logistikzentren zu ausgewählten Endkonsumenten zu transportieren. Da sich der Roboter zu diesem Zeitpunkt noch in der Prototypenphase befand, wurde jede dieser Auslieferungen von einem Starship Mitarbeiter begleitet. Dieser konnte den neugierigen und teilweise skeptischen Beobachtern erklären was es mit dem Roboter auf sich hat. Die Deutsche Post AG setzt derweil auf eine Lösung, welche die Mitarbeiter nicht ersetzt, sondern lediglich entlastet. „Postbot“ ist ein Roboter, welcher bereits im hessischen Bad Hersfeld getestet wird. Er folgt den Postboten auf Schritt und Tritt und transportiert dabei bis zu 150kg schwere Pakete. Durch seine eingebauten Sensoren erkennt er die Beine des Postboten und läuft diesem hinterher.

Fast-Delivery durch Lieferdrohnen

Nicht nur der Hersteller Starship arbeitet an autonomen Lösungen zur Paketauslieferung. Die Deutsche Post und auch Amazon setzen auf die Technik von Lieferdrohnen, welche laut der Deutschen Post vor allem die Lieferung in dünn besiedelten Gebieten sowie in Tälern und auf Bergen vereinfachen soll. So hat diese in den vergangenen Jahren zum einen Tests mit Lieferdrohnen auf der Nordseeinsel Juist sowie zum anderen in den Alpen zwischen der Stadt Reit im Winkl und der auf dem Berg gelegenen Winkelmoosalm durchgeführt.

Amazon testet seit zwei Jahren Drohnen in Großbritannien, welche Pakete zu Endkonsumenten transportieren können, die im Umkreis von 15km von einer Amazon-Niederlassung wohnen. Das Paket darf bis zu 2,5kg wiegen und der Empfänger bekommt vor der Ankunft eine Benachrichtigung auf sein Smartphone, in welcher er aufgefordert wird der Drohne einen Landeplatz zuzuweisen. Amazon hat eine Matte entwickelt, die vom Empfänger des Paketes ausgelegt wird und auf welcher die Drohne landet.

Die Zustellung von Paketen im Umkreis von 15km ist jedoch nicht das finale Ziel von Amazon. Es wird an einer End-to-End-Lösung gearbeitet, bei welcher die Drohnen von einem Schiff, Bahn oder LKW losgeschickt werden. Das Fahrzeug bringt die Pakete mitsamt Drohnen zu einer Stelle, von welcher die Drohnen dann losfliegen und die Pakete ausliefern.

Abschließend stellt sich noch die Frage, mit welchen Technologien sich die Vertriebs- und Kommunikationskanäle der Zukunft adäquat darstellen lassen. Dabei sind vor allem Sprachassistenten wie Amazon Alexa oder Google Home von Bedeutung, die zum Beispiel die Suche und Ausgabe von Informationen für ihren Nutzer übernehmen. Darüber hinaus wird das Einkaufen in den sozialen Medien, wie Instagram oder Facebook, weiter zunehmen (Social Commerce). Dies wird zu einem weiteren Wachstum des Onlinegeschäfts führen. Da es sich dabei um eine dauerhafte Entwicklung handelt, die immer mehr an Fahrt gewinnt, wird Mehrkanalfähigkeit für den Händler in Zukunft alternativlos sein.

Problematik und offene Fragen bei Drohneneinsatz

Allerdings gibt es heute noch viele offene Fragen und Problematiken, welche beantwortet und gelöst werden müssen, bevor die Vision von Lieferdrohnen Alltag werden kann.

Einerseits besteht die Gefahr, dass durch den Lärm und die Flugbewegungen Menschen und Tiere gestört werden, die Privatsphäre verletzt oder sogar Spionage betrieben wird. Andererseits kommt es von Jahr zu Jahr zu mehr Konflikten mit dem regulären Flugverkehr. Im Jahr 2015 wurden 14 Konflikte in Deutschland registriert, zwei Jahre später waren es schon 88.

Amazon hat daher eine Software entwickelt, welche eine kontrollierte Zerstörung außer Kontrolle geratener Drohnen ermöglicht. Die Start-Ups ParaZero und DJI setzen dagegen auf eine andere Lösung, bei der sich automatisch ein Fallschirm öffnet sobald die Drohne ins Trudeln gerät, um so eine sichere Landung zu ermöglichen.

Spezifische Richtlinien seitens der Politik

Auch die EU und die Bundesregierung haben vor Kurzem auf die neuen Entwicklungen reagiert. Im Juni 2018 wurde eine Vereinbarung im EU-Parlament verabschiedet, welche in Zukunft für einheitliche Sicherheitsstandards und Regelungen sorgen soll. Diese sind derzeit jedoch noch sehr allgemein gehalten und sehen keine detaillierten Regelungen für Entfernungs- und Flughöhenbeschränkungen vor.

In Deutschland gilt für Drohnen zunächst einmal das allgemeine Luftverkehrsgesetz (LuftVG). Seit April 2018 ist zudem die „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“ in Kraft getreten. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Vorschriften zusammengefasst:

  • Drohnen, die über 250g wiegen, besitzen eine Kennzeichnungspflicht.
  • Drohnen, die über 2kg wiegen, benötigen einen Kenntnisnachweis für den Betrieb von unbemannten Flugsystemen.
  • Für Drohnen, die über 5kg wiegen, ist der Betrieb erlaubnispflichtig.
  • Drohnen dürfen nicht über Krankenhäuser, Menschenansammlungen, staatliche Einrichtungen, Industrieanlagen, Naturschutzgebiete und Verkehrswege fliegen.
  • Das Überfliegen von Wohngebieten ist verboten, wenn die Drohe über 250g wiegt oder Ton-, Foto- und Filmaufnahmen anfertigen kann.

Zukunftsmusik – von pizzabackenden Robotern und Lufttaxis

Auch wenn die Zustellung von Paketen durch Roboter und Drohnen noch nicht in unserem Alltag angekommen ist, wird bereits an neuen Technologien geforscht, von denen zwei exemplarisch vorgestellt werden sollen:

  1. Pizzabackende Roboter

Das US-amerikanische Start-Up Zume hat eine Technologie entwickelt, bei der die Roboter bei der Zubereitung von Pizza eingesetzt werden. Allerdings wird diese Pizza nicht in einem Geschäft gebacken, sondern der Roboter bereitet die Pizza zu und backt sie, während er sich in einem Transporter befindet, der von einem Menschen gefahren wird. So wird sichergestellt, dass die Pizza immer ofenfrisch beim Kunden ankommt.

Zume arbeitet zudem an einer Software, welche vorhersagen kann, wann und wo welche Pizza geordert wird. Die Vision lautet, die bestellte Pizza ofenfrisch innerhalb von nur fünf Minuten liefern zu können.

  1. Flugtaxis für Großstädte

Einige Unternehmen arbeiten, auch aufgrund der immer voller werdenden Straßen, an Flugtaxis, welche die Passagiere innerhalb einer Stadt von A nach B bringen können. Das deutsche Start-Up Volocopter hat im September 2017 bereits den ersten vollautomatischen Testflug über der Innenstadt von Dubai geflogen. Generell ist Dubai bei der Entwicklung von Flugtaxis führend – bereits im Jahr 2020 soll dort der Regelbetrieb starten. Laut Volocopter könnten in zehn Jahren Lufttaxi-Systeme in Metropolen bereits 100.000 Passagiere pro Stunde transportieren.

Das Ziel von Volocopter ist es, ein ganzes Ökosystem zu implementieren, welches außer den eigentlichen Lufttaxis auch aus Volo-Hubs (Mini-Terminals) und Volo-Ports (Heliports) besteht. Auch in Deutschland klingen die Zahlen erstmal interessant: Die Kosten eines Fluges aus der Stadt München heraus belaufen sich derzeit auf 100 €. Im Vergleich dazu kostet eine Taxifahrt vom Münchener Hauptbahnhof zum Flughafen ca. 70 €.

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