Daniel Terner zum Thema New Work

30. April 2019 | Allgemein, Blog

Daniel Terner: “Unternehmen und Menschen wollen anders zusammenarbeiten!”

Als Speaker auf unserem letzten VuP-Forum riss er das Publikum in seinem Vortrag mit dem provozierenden Titel „Und was, wenn #NEUEWEGE in eine Welt ohne Logistik führen?“ mit. Und auch sonst ist Daniel Terner Vorreiter und Visionär wenn es ums Business geht: Als studierter Historiker, bekennender Ex-Werber, begeisterter Polarisierer, dankbarer Vater und gelingend scheiternder Ehemann ist er ist infiziert von der Kraft, mit der OKRs aus lahmen Leben bewusstes Erleben machen können – und wie die Unternehmen, Kirchengemeinden und Paarbeziehungen frischen Wind bringen. Aktuell entwickelt er eine App und eine Plattform. Er war lange Jahre Head of Marketing, Mitglied der Geschäftsleitung und Gesellschafter von AEB, einem führenden Anbieter von IT-Lösungen für Logistik. 

 

Der Arbeitsplatz der Zukunft: In aller Munde

Daniel Terner Interview

Digitalisierung und Globalisierung verändern unsere Arbeitswelt. Durch die erhöhte zeitliche, räumliche und organisatorische Flexibilität ergeben sich vollkommen neue Möglichkeiten für die Arbeitsgestaltung. Natürlich, Jobsicherheit und ein solider Verdienst sind nach wie vor wichtig, doch die Prioritäten verschieben sich. Denn ein Job stellt heute nicht mehr nur durch die Art der Tätigkeit zufrieden, sondern auch durch die Rahmenbedingungen und Regelungen, die er vorgibt.

Da das Thema New Work derzeit viele Unternehmen (groß, klein und mittelständisch) beschäftigt, haben wir uns mit Daniel zusammengesetzt um ihm die Fragen zu stellen, die uns derzeit umtreiben:

Interview: Was sagt Daniel Terner zum Thema New Work? 

Einmal ganz subjektiv aus deiner Sicht: Was bedeutet für dich New Work?

Ein wenig sarkastisch: Seit die XING AG sich in NEW WORK SE umbenannt und damit der Bewegung den Begriff entwendet hat, ist das Ganze leider ein sich selbst widersprechender Terminologie Zombie geworden… Zum Glück ist jedoch quicklebendig, was mit dem Begriff oft wirklich gemeint war: Die Erkenntnis, dass Unternehmen und Menschen anders zusammen arbeiten wollen. Und müssen. Und vor allem auch: können!

New Work umfasst viele Trends (Coworking, Gig-Working, Workplace-Wellbeing…). Welche dieser vielen Trends sind denn für klassische Mittelständler besonders bedeutsam?

Modern…Trend…Buzzwords…das ist alles egal. Und wer nur aufspringt, weil’s in der brand eins steht, macht eh nur Business Theater.

Ich würde die Mitarbeiter fragen, „Warum bist Du eigentlich da?“. Wir haben das mal mit dem Trick gemacht: Jede und jeder durfte auf seine Visitenkarte drauf schreiben, was er wollte! Manche wussten wirklich nicht, was da jetzt stehen sollte. Die dann stattfindenden Gespräche waren die wertvollsten Mitarbeiter-Gespräche aller Zeiten: Was bedeutet für Dich Karriere? Warum arbeitest Du? Was machst Du wirklich gern? Und vor allem: „Bei welchen Sachen entfaltest Du die größte Wirkung?“ Fragt das mal Eure Leute. Ihr werdet Wunder erleben…

Was meinst du: Ist New Work eine „Luxuserscheinung“, vorbehalten nur für erfolgreiche Industriestaaten – oder gibt es eine weltweite Bewegung?

Puh. Spannende Frage. Also nicht die mit dem Luxus. Eher die mit dem „wie sieht das weltweit aus?“ Im Kern will die Bewegung ja ein dem Menschen gerechtes Arbeiten ermöglichen… Und weil ich dran glaube, dass die Menschen weltweit viel mehr eint als trennt, glaube ich, dass das Ganze ein zu tiefst universales Bedürfnis anspricht: Ich will arbeiten. Und ich will ich sein. Und zwar zur gleichen Zeit.

Dass in unserem Wirtschaftssystem sich die einen das leisten können – und dabei die anderen die Rechnung zahlen, das ist das eigentliche Thema unserer Tage. Wir müssen die Ungerechtigkeit der globalen Wertverteilung in den Produktions- und Liefernetzwerken stoppen.Demgegenüber ist “New Work“ bestenfalls eine beschäftigungstherapeutische Fingerübung – schlimmstenfalls ist sie ein perfides Ablenkungsmanöver…

Besonders in Start-Ups wird oft eine neue Form von Arbeit gelebt. Nun gilt Deutschland traditionell nicht als besonders „gründungsmotiviert“, doch gerade die jungen Menschen trauen sich immer mehr in dem Bereich. Merkst du da ändert sich gerade etwas in unserer Kultur?

In der Frage stecken für mich einige der größten falschen Legenden (bitte nicht böse sein…) Also: Erstens hat Deutschland genug Pioniergeist, Erfinder-DNA und Unternehmer Mut. Zweitens ist für mich dieses ganze nationale Gegockel im 21. Jahrhundert unangebrachter denn je: Es gibt keine Herausforderung unserer Tage (und auch kaum eine Chance) die an irgendeiner Grenze halt macht.

Deshalb: Nicht was Deutschland aufholen muss, um weltweit nicht angehängt zu werden, ist relevant. Sondern die Frage: Was können wir einbringen, um die Probleme der Welt zu lösen. Diese Mentalität scheint mir übrigens überall gleich verteilt zu wenig vorhanden zu sein – deshalb stimmt für mich auch die Annahme im erstem Satz der Frage nicht: Gerade auch viele Start-Ups denken nur an sich – und haben keineswegs im Kern eine neue Kultur. Da ist der Familien geprägte Mittelstand oft sehr viel weiter (wohl wissend, dass alle Pauschalisierungen ebenfalls falsch sind).

Ein Satz zum Thema New Work, den sich jedes Unternehmen einbläuen sollte?

“Du sollst niemandem nie wieder jemals mehr ever irgendetwas einbläuen wollen!”

Und ein weiterer Satz zum Thema für jeden Manager/jede Führungskraft?

„Stelle nur Leute ein, die besser sind als Du!“ 

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